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Hydrologie der Aachquelle

 

Donau-Aach-System

Aachschüttung

Wasserstand der Aach

Einzugsgebiet der Aach

Donauversickerung

Abflußbahnen

Donauzuflüsse

 

Donau-Aach-System

Breg und Brigach, die beiden Quellflüsse der Donau entspringen im Schwarzwald. Von der Breg-Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer sind es 2888 km. Zwischen Immendingen und Fridingen versickert die Donau im Untergrund. In der Aachquelle tritt das Donauwasser wieder an die Oberfläche. Von dort fließt die Radolfzeller Aach in den Bodensee und über den Rhein in die Nordsee.

 

Aachschüttung

In KELLER E. (1993) wird die Schüttung der Aachquelle von 1929 bis 1993 dokumentiert. Darin wird die minimale Schüttung mit 1,1 m³/sec (4. Dezember 1962) und die maximale Schüttung mit 21,8 m³/sec (6. Juni 1953) angegeben. Nach Harald S+, wurde der Maximalwert Anfang 1990 mit 28 m³/sec noch übertroffen.

In dem Bericht von BÜHRER H. (2000) sind die durchschnittlichen Tagesschüttungen vom 1. November 1996 bis zum 31. Oktober 1997 angegeben.

 

Aus diesen Werten ergibt sich eine durchschnittliche Schüttung von 8,0 m³/sec für Nov. 96 bis Okt. 97. Mehrheitlich wird in der Literatur die durchschnittliche Schüttung mit 8,3 m³/sec angegeben. Das Elektrizitätswerk Aach e.G. gibt sie auf seiner Internetseite mit 5,8 m³/sec. Keller wiederspricht diesen Angaben und gibt die durchschnittliche Schüttung mit 7,782 m³/sec für die Jahre 1922 bis 1992 an. Diese genaue Angabe wurde aus den täglichen Aufzeichnungen von Oswin Schwanz und Erwin Gohm berechnet.

 

Wasserstand der Aach

Das Vermessungsamt hat für einen NN-Anschluß einen Höhenbolzen an der Aachquelle gesetzt. Dieser Höhenbolzen befindet sich am kleinen Wehr, dem südöstlichen Ausfluss des Aachtopfes in das alte Flussbett.

Die Bolzenmitte entspricht 476,452 müNN.

Am 14.08.2004 um 17 Uhr betrug der Wasserstand im Quelltopf unter dem Höhenbolzen 475,966 müNN.

GPS-Koordinaten: Rechtswert 3489437 und Hochwert 5300926.

 

Gegenüber dem Eingang zur Jägermühle, in der nördlichen Ufermauer befindet sich ein Rohr in dem das Wasser zur gleichen Zeit 2,3 cm hoch stand.

 

Damit ergibt sich eine Höhe von 475,943 müNN für die Unterkante des Rohres und bei einem Innendurchmesser von 30 cm 476,243 müNN für die Oberkante des Rohres. An der Unterkante hat das Rohr eine Wandstärke von 3,7 cm.

An diesem Rohr lässt sich der aktuelle Wasserstand recht einfach ablesen und damit auch eine Aussage zur Schüttung machen.

 

Einzugsgebiet der Aach

KÄSS W. (1987; 61) beschreibt das Einzugsgebiet; Zitat:
Durch die Markierungsversuche ist das Einzugsgebiet der Aachquelle ziemlich gut abgegrenzt. Es zieht im Westen von den obersten Versickerungsstellen der Donau zwischen Zimmern und Immendingen südwärts in Richtung auf den Vulkanstumpf Neuhöwen und von dort in einem Bogen zur Aachquelle. Im Osten reicht es an der Donau bis etwa zur Bronner Mühle, hohlt weit nach Osten unter Einschluß von Buchheim und Wonnedorf aus und verläuft dann nach Südwesten. Mehrfach greit das unterirdische Einzugsgebiet auch auf das nördliche Donauufer über. So gehört z.B. der Bergsporn zwischen Immendingen und Möhringen, wo der Umleitungsstollen durchgebrochen wurde, ebenso dazu wie das Tuttlinger Stadtgebiet links der Donau. Dort trifft man nämlich das Talgrundwasser unter dem Donauniveau an BERZ K. C. (1928). Mit Sicherheit entwässert auch das Gelände der Fridinger Donauschleife zur Aachquelle.

HÖTZL H. (1973; 60) und KÄSS W. (1987; 63) geben 252 km² für das Einzugsgebiet an.

VILLINGER E. (1977; 47), VOGELSANG D. (1987; 19) und SCHREINER A. (1993; 49) geben 280 km² an, davon 20 km² nördlich der Donau.

In allen fünf angeführten Literaturstellen ist eine Karte des Einzuggebietes enthalten.

Das Einzugsgebiet ersteckt sich über mehrere geologische Karten 1:25000.

Es wird angenommen, dass die Schüttung der Aach zu etwa 1/3 aus dem Einzugsgebiet und zu 2/3 aus den Donauversickerungen stammt.

Zum Wasserhaushalt schreibt GWINNER M. P. (1995; 76): Berechnungen zum Wasserhaushalt sind nach BATSCHE (1970; 39) nicht sinnvoll, da u.a. "der Verbleib des gesamten versickernden Donauwassers nicht vollständig geklärt ist".

 

Donauversickerung

In der Donau gibt es zwei Hauptversickerungsstellen, bei Immendingen und Fridingen. Durch Markierungen wurde nachgewiesen, dass das Wasser wieder in Aach entspringt.

 

1. Hauptversickerung bei Immendingen

Die 1. Hauptversickerung ist bei Immendingen. Die Donau versickert an den Westerwiesen 655,4 müNN vor Immendingen, im Brühl 651,7 müNN und vor den Schweinelehen 650,5 müNN zwischen Immendingen und Möhringen. Der Höhenunterschied zwischen dem Donaubett und der Aachquelle beträgt 176 m, die Entfernung (im Brühl, Luftlinie) ist 11,8 km. Daraus ergibt sich ein Gefälle von 14,9 m pro km oder 1,49 cm pro Meter oder 8,94 m auf 600 m. Für die 11,8 km benötigt das Wasser zwischen 30 und 60 Stunden.

2. Hauptversickerung bei Fridingen

Die 2. Hauptversickerung 617,9 müNN ist nach Fridingen. Der Höhenunterschied zwischen dem Donaubett und der Aachquelle beträgt 142 m, bis zur Aachquelle sind es 18,6 km. Daraus ergibt sich ein Gefälle von  7,6 m pro km oder 0,76 cm pro Meter oder 4,6 m auf 600 m. Durchschnittlich versickern hier 400 Liter pro Sekunde.

 

Siehe auch: Donauversickerung bei Hochwasser

 

Abflußbahnen

Abflussbahnen sind die unterirdischen Wasserwege im Einzugsgebiet der Aachquelle inklusiv der versickerden Donau zwischen Immendingen und Fridingen.

Mit Hilfe von Markierungsversuchen wurde das versickerte Donauwasser an verschiedenen Auftauchstellen im nördlichen Hegau nachgewiesen.

Bisher sind folgende Auftauchstellen des Donauwassers, das zwischen Immendingen und Fridingen versickert, nachgewiesen.

   1. Aachquelle in Aach (und viele der dortigen Nebenquellen)!
   2. Altdorf in Engen.
   3. Tiefbrunnen der ehemaligen Felsenbrauerei in Engen.
   4. Tiefbrunnen bei Neuhausen.
   5. Brunnenstube der Bitzenquelle, Ehingen.
   6. Quelle an der K6178, nahe der Hühnerfarm, Ehingen.
   7. Quelle östlich der Bitzenquelle, Ehingen.
   8. Bleichequelle, Welschigen.
   9. Obere Kressenlochquelle Eigeltingen.
10. Untere Kressenlochquelle, Eigeltingen.
11. Gefaßte Quelle am Krebsbach, Eigeltingen.
12. Tiefbrunnen - Salzbahnquelle, Eigeltingen-Nenzingen.
13. Tiefbrunnen, Beuren an der Aach.
14. Bohrbrunnen der Spinnerei in Volkertshausen.

Zu diesem Thema selbst gibt es eine Vielzahl von Publikationen die sehr auf Details eingehen. Die bekannteste Publikation ist von BATSCHE H. (1970). In dieser Arbeit befindet sich auf Seite 152 eine Abbildung mit den Abflussbahnen. Diese Abbildung findet sich auch in den Publikationen: KAESS W. (1970; 6), HOETZEL H. (1972; 373), HOETZEL H. (1973; Tafel I), KAESS W. (1973; 165) und KAESS W. (1987; 62) wieder. In VOGELSANG D. (1987) werden alle bis 1986 durch Markierungsversuche nachgewiesenen Abflussbahnen aufgelistet und in der Abbildung auf Seite 20 dargestellt.

Roland B+ bietet nach Absprache Führungen zu den Versickerungsstellen und den Wiederaustrittsstellen an.

 

Donauzuflüsse

Interessant für die Schüttung der Aachquelle sind die Abflüsse der Donau und ihre Zuflüsse im Abschnitt zwischen Kirchen und Beuron.

Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg zeigt auf Ihrer Internetseite: http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de die aktuellen Pegelstände und Abflüsse der Donau und ihrer Zuflüsse an.

     Abfluß der Donau bei Kirchen-Hausen
+   Zuflüsse der Donau zwischen Kirchen und Möhringen
-    Versickerung bei Immendingen
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     Abfluß der Donau bei Möhringen-Espenbrücke

 

     Abfluß der Donau bei Möhringen-Espenbrücke
+   Abfluß der Elta in Tuttlingen
+   Abfluß der Bära in Fridingen
+   Weitere Zuflüsse der Donau zwischen Möhringen und Beuron
-    Versickerung nach Fridingen
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    Abfluß der Donau bei Beuron

 

Höhlentauchgruppe Aachprojekt
Literatur: BINDER H. (1989), BINDER H. (2003), Topgrafische und geologische Karten,
Bilder, Text: Roland B+, Joachim K+, Layout: Joachim K+
Letzte Änderung: 22.08.2007